Magnus Schwitanski

Seit fast 30 Jahren lebe ich in Vinkrath und bin eben so lange Lehrer an der Liebfrauenschule Mülhausen. Die Entwicklung des (schleppenden) Zugangs zum Internet habe ich nicht nur in der Schule sehr genau mitverfolgt und miterlebt. Die ehemals aus dem bundesdeutschen Monopolunternehmen entwachsene Telekom hat sich nie um den ländlichen Raum bemüht. Erst aufgrund des politischen Drucks und dank öffentlicher Subventionen tut sich etwas. Aber auch das ist nur eine Mogelpackung: Das angeblich schnelle Netz ist nur schnell bis zu den an vielen Stellen zu sehenden Knotenpunkten (die grauen Kästen). Dahinter bleibt bis zu unseren Häusern alles beim Alten, nämlich Kupferkabel. Das heißt für jeden Internetnutzer: Es wird ein Rennwagen angeboten, den ich nur mit angezogener Handbremse fahren kann. Abgesehen davon kann man das Netz selbst dann nicht mit der behaupteten Leistung nutzen, wenn mehrere Haushalte gleichzeitig ins Netz wollen. Das ist dann besonders tragisch, wenn man eine Immobilie ganz am Ende eines Kupferleitungssystems hat, denn damit wird die Leistung noch schlechter.

Deshalb habe ich mich für einen Glasfaseranschluss über die Deutsche Glasfaser direkt in mein Haus entschieden. Wer will schon einen Rennwagen mit angezogener Handbremse fahren? Dazu kann ich auch nur jedem Vinkrather raten. Das ist die Technologie, die dem wachsenden Datenstrom in den nächsten Jahren noch standhält.

Würden Sie einen (gebrauchten: alte Kupferleitungen!) Rennwagen mit angezogener Handbremse kaufen, oder – sogar zu einem besseren Preis – einen nagelneuen Rennwagen, der auch die volle Leistung bringt? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Und noch eins für diejenigen, die sagen: Das brauch‘ ich sowie so nicht, ich benutze kaum oder gar nicht das Internet. An wen wollen Sie später Ihre Immobilie verkaufen bzw. vermieten? Glauben Sie ja nicht, dass Familien mit Kindern in solche Wohngebiete ziehen werden, die von modernen Kommunikationsmedien abgeschnitten sind. Als erfahrener Lehrer kann ich bestätigen, dass bei den Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen ein Internetzugang zu Hause vorausgesetzt wird.

Der Zugriff auf weltweit verteilte Datenspeicher (Cloudsysteme) braucht schnelle Leitungen. Das kann nur ein Glasfaseranschluss bis ins Eigenheim bieten! Wenn wir uns in Vinkrath (selbstverständlich auch in den anderen Ortsteilen) jetzt dafür entscheiden, dann müssen wir für den Ausbau dieses Netzes keine Baukosten tragen.

Also: Antrag ausfüllen und Vinkrath zukunftsfähig machen!

Magnus Schwitanski, Vinkrath, Oberstudienrat 19. August 2017