Dr. Karsten Maier

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Mit großer Sorge betrachte ich die Haltung vieler Grefrather Bürger zur Initiative der Deutschen Glasfaser! Natürlich steckt hinter der Deutsche Glasfaser kein Wohntätigkeitsunternehmen, sondern ein Wirtschaftsunternehmen, welches Gewinn machen möchte. Allerdings bietet dieses Unternehmen bei Abschluss eines 2-Jahres-Vertrages die Bauarbeiten für einen Anschluss an das Glasfasernetz kostenlos an. Diesen Ausbau schaffen Großkonzerne wie die Deutsche Telekom nicht, wobei diese Konzerne sich die Taschen an den Bestandskunden voll machen. Sie sehen also keinen Zwang zu Handeln und belassen die vorhandene Infrastruktur gerne aus Kostengründen wie zuvor.

Auch ich habe die aggressive Werbung der Deutschen Glasfaser zunächst als eher abstoßend empfunden. Bei genauer Betrachtung habe ich hierfür jedoch zunehmendes Verständnis – es handelt sich ja, wie erwähnt, nicht um ein Wohltätigkeitsunternehmen. Dass die Deutschen Glasfaser also gewisse Sicherheiten im Sinne einer Mindestabnehmerzahl braucht, ist nur verständlich. Auch eine Vertragsbindung für 24 Monate mit anschließender freien Anbieterwahl sowie die Möglichkeit auch erst nach Ablauf des bestehenden Anbietervertrages bei der Deutschen Glasfaser einzusteigen, empfinde ich als durchaus fair! Die Argumente vieler Bürger, dass der Vertrag bei der Deutschen Glasfaser mehr als ihr bestehender koste, oder dass für ihre Belange ihre bestehende Internetleitung vollkommen ausreiche, halte ich gelinge gesagt für mehr als kurzsichtig!

Keine andere Technologie bzw. Erfindung hat in derart kurzer Zeit so umfassend in unser Leben eingegriffen wie das Internet Dabei stehen wir sichern noch am Anfang und werden in Kürze von sehr viel höheren Übertragungsleistungen abhängig sein. Die einfachste und beste Möglichkeit hierzu bieten Glasfaserkabel im Haus. Wenn Grefrath also demnächst der letzte schwarze Punkt auf der Landkarte der schnellen Internetverbindungen ist, können wir uns Sport- und Freizeitgemeinde nennen, wie wir wollen – es wird trotzdem niemand hier wohnen wollen. Natürlich bietet die Umgebung einen gewissen Wohlfühlfaktor, doch in Zeiten zunehmender Home-Offices verfliegt dieser Standortvorteil. Die Schnelligkeit der Internetverbindung schlägt die Verkehrsanbindung. Folge: Verwaisung und Verfall der Immobilienpreise. Daher möchte ich an alle appellieren, zumindest einen 2-Jahres-Vertrag bei der Deutschen Glasfaser zu unterschreiben. Auch wenn man danach kündigt, bleibt der Glasfaseranschluss im Haus und man kann sich anderweitig orientieren. Wenn wir auf Politik oder Telekom warten, ist es zu spät!

Dr. Karsten Maier An der ev. Kirche 17, Grefrath    13. August 2017