Wir haben fertig! :-)

Am 12.04.2019 hatten wir als Bürgerinitiative unseren letzten offiziellen Termin. Gemeinsam mit Deutscher Glasfaser, Bürgermeister, Breitbandkoordinator konnten wir den Abschluss des Glasfaserausbaus in allen vier Ortsteilen verkünden.

Gigaspeed-Internet und iPads für alle Grefrather Schulen – als Dankeschön an die Bürgerinitiative

Ort der Pressekonferenz war die Sekundarschule. Aus gutem Grund: Denn auch die Grefrather Schulen profitieren vom Glasfaser-Projekt. Als Gegenleistung für das Engagement der Bürgerinitiative hatten wir ausgehandelt, dass die DG jeder Schule einen kostenlosen 500-Mbit-Glasfaseranschluss (für 5 Jahre) und 5 Tablets sponsort, wenn im jeweiligen Ortsteil die 40% erreicht werden. Das hatte auch in Mülhausen erfreulicherweise geklappt und für die Liebfrauenschule als größtes Gymnasium im Kreis Viersen mit ihren 1.100 Schülern war die Gigaspeedgeschwindigkeit sichere Sache. Hieran hatten auch die Schulleitung mit Direktor Josten und eine Reihe engagierter Schüler großen Anteil – sie hatten sich erheblich für die Information zur Glasfaser-Technik eingesetzt. Da in Grefrath und Oedt die 40-Quote nicht in der Frist erreicht wurde, wäre das Schul-Sponsoring für die Sekundarschule „Schule an der Dorenburg“ und die Grundschule nicht zum Tragen gekommen. Hier war die Deutsche Glasfaser aber nicht kleinlich und hatte schon im November 2017 zugesagt, dass die DG das Sponsoring dennoch umsetzen werde:

Die Bürgerinitiative hat es in Grefrath geschafft! Ohne sie wäre die Glasfaser nicht gekommen, daher kommt auch das Schul-Sponsoring für alle!

Marco Westenberg, Regionalleiter Deutsche Glasfaser, November 2017

Damit sind alle Zusagen bei den Sekundarschule „Schule an der Dorenburg“, Liebfrauenschule Mülhausen und der Gemeinschaftsgrundschule mit den Standorten in Oedt und Grefrath eingelöst.


Eine kurze Chronologie

Mit dem Abschluss des Schulsponsorings und dem Vollausbau in allen Ortsteilen haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben und wollen hier mit einem kleinen Rückblick die Arbeit als Bürgerinitiative beenden.

Dann müssen wir es eben selber machen – Gründung der Bürgerinitiative im August 2017

Das war ein Auftakt nach Maß! Der Einladung zur öffentlichen Gründung der Bürgerinitiative „Glasfaser für Grefrath“ im Lenkeshof waren weit mehr Bürgerinnen und Bürger gefolgt, als wir erwartet hatten. 90 Menschen insbesondere aus Grefrath, Oedt und Vinkrath waren zusammengekommen. Die Mülhausener Beteiligung war etwas geringer, weil dort die Nachfragebündelung offiziell noch nicht begonnen hat.

Daniela Mohr, eine der Sprecherinnen, stellte die Ziele der Bürgerinitiative vor: „Wir wollen mindestens 40% der Haushalte in allen vier Ortsteilen davon überzeugen, einen Glasfaserantrag bei der Deutschen Glasfaser GmbH zu unterschreiben. Erst ab dieser Schwelle wird das Glasfasernetz gebaut.“ Die Bürgerinitiative sieht sich hierbei als neutraler, vertrauenswürdiger und kompetenter Vermittler – zwischen der Deutsche Glasfaser GmbH und den Bürgerinnen und Bürgern. „Wir erklären und überzeugen, aber wir bequatschen nicht!“

2017 und 2018: Infostände, Infostände, Infostände! Und bitte weitersagen!

Mit unzähligen Infoständen in Grefrath, Oedt, Mülhausen und Vinkrath haben wir zum Glasfaserausbau informiert. Das Interesse war meist groß, die meisten Bürger sind erst zu uns an die Stände gekommen, um sich unabhängig beraten zu lassen. Ein Thema hat dabei ganz klar dominiert: Die Glasfaser bis ins eigene Haus oder die eigene Wohnung zu bringen! Diese Technikentscheidung (weg vom Kupfer, hin zur Glasfaser) war das zentrale Entscheidungsthema. Auch wenn es nicht immer einfach war, die Technik zu erklären – wir haben uns redlich gemüht und die meisten Grefrather werden die Argumente mittlerweile verinnerlicht haben.

Auch im Fernsehn kommt die Bürgerinitiative „Glasfaser für Grefrath“ zu Wort. Auf dem Marktplatz wird Daniela Mohr, eine unserer Sprecherinnen vom ZDF interviewt: „Wir ärgern uns darüber, dass der Staat seine Aufgaben nicht wahrnimmt und diese Dateninfrastruktur nicht auf einen zukunftsfähigen Stand bringt. Deshalb nehmen wir es jetzt selber in die Hand!“

Daneben lassen wir nichts unversucht, um zu informieren: Es gibt eine eigene Telefonhotline, die wir betreiben. Flyer, Handzettel und Plakate, Whatsapp-Grafiken, die fleissig geteilt werden, insbesondere wenn jeden Freitag der Stand der Nachfragebündelung aktualisiert wird.

Im November 2017 gibt die DG den Ausbau für Vinkrath und Mülhausen bekannt.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Deutscher Glasfaser, Gemeinde Grefrath (Bürgermeister Lommetz und Breitbandkoordinator Linke) und Bürgerinitiative wurden am 13.11.2017 die Ausbaupläne der DG vorgestellt: Vollständiger Glasfaserausbau in Vinkrath, Vollständiger Glasfaserausbau in Mülhausen, teilweiser Glasfaserausbau in Grefrath (Vollausbau in Phase 2 möglich) und teilweiser Glasfaserausbau in Oedt (Vollausbau in Phase 2 möglich). Bereits damals haben wir klargemacht, dass der Vollausbau auch für Grefrath und Oedt Ziel der Bürgerinitiative bleibt.

Vinkrath brachte mit seinem Durchmarsch den Durchbruch für die ganze Gemeinde. Spatenstich im Dezember 2017

In Vinkrath gab es am Do, 07.12.2017 den symbolischen ersten Spatenstich für den Glasfaserausbau bis ins Haus (FTTH). Die Bööscher waren damit die ersten, die in den Genuss des Gigaspeed-Internets kommen sollen. 

Die Bauphase – 17 Monate zwischen Freude und Zweifel

Nach der Interessenbündelung beginnen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den vier Ortsteilen die Tiefbauarbeiten, später folgen die Hausanschlussarbeiten. Diese fast 17 Monate zwischen Spatenstich in Vinkrath und Projektende im April 2019 sind anstrengend. Währen in Vinkrath schon gebaut wird, sind die übrigen Ortsteile noch zu überzeugen, um die 40%-Quote zu erreichen. Bau-Infoabende der DG, Diskussionen um Mehrspartenhausanschlüsse, Tarifänderungen der DG, AGB-Chaos bestimmen unsere Arbeit. Manchmal zweifeln wir, verstehen die Kommunikationspolitik der DG nicht, ärgern uns über unnötiges Chaos – aber wir bleiben hartnäckig und versuchen zu erklären, zu vermitteln, Druck zu machen und kommen dabei oft zu guten Ergebnissen.

Es gab Probleme in der Ausbauphase – aber am Ende ist alles so, wie es sein soll.

Die Westdeutsche Zeitung greift in ihrer Berichterstattung noch einmal die Probleme auf: „Hochstehende Bürgersteigplatten, Schäden an Stromleitungen, ellenlange Wartezeiten – im Zusammenhang mit den Arbeiten der Deutschen Glasfaser hat man in den vergangenen Jahren einige negative Schlagzeilen gelesen. Wohl auch ein Grund dafür, warum Bürgermeister Manfred Lommetz mit Blick auf den Ausbau des schnellen Internets in Grefrath zunächst skeptisch war. Das räumte er am Donnerstag bei einem Pressegespräch ein, um aber gleich anzufügen: „Bei uns ist das super gelaufen. Wir sind mit unseren Freunden – das sage ich ganz bewusst – der Deutschen Glasfaser hochzufrieden.“

April 2019: Der Ausbau ist abgeschlossen

Was anschließbar ist, ist auch angeschlossen

Bürgermeister Manfred Lommetz

Das Projekt, alle Grefrather mit schnellem Internet aus Glasfaserfaserkabeln zu versorgen ist nahezu abgeschlossen: „Der technische Tiefbau ist komplett fertig“, sagte Stan Peters, Projektleiter der Deutschen Glasfaser am 11.04.2019. Die Kunden und Haushalte sind angeschlossen, nur bei rund 100 Haushalten, die sich nachträglich für den Glasfaservertrag entschieden haben, wurden die Hausanschlüsse noch nicht realisiert. Diese Arbeiten sollen lt. DG nun zügig ausgeführt werden. Der Projektleiter hatte zum Pressetermin eine Menge Zahlen mitgebracht. Demnach haben die drei von der Glasfaser beauftragten Tiefbau-Unternehmen auf einer Strecke von 93 Kilometern gearbeitet und 7.500 Kilometer Glasfaser-Kabel verlegt.

Ab Herbst 2019 werden DG und Kreis Viersen Außengebiete anschließen.

Nach dem sog. „eigenwirtschaftlichen Ausbau“ in Grefrath kann die Deutsche Glasfaser nun auch den geförderten Ausbau der unterversorgten Adressen im ganzen Kreis Viersen realisieren. „Dies ist das erfreuliche Ergebnis des durchgeführten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für unser interkommunales Breitbandprojekt im Kreis Viersen“, sagte Landrat Dr. Andreas Coenen. Etwa 4.000 Haushalte in Randgebieten der Kommunen im Kreis Viersen werden nun mit Fördermitteln ausgebaut. Die betroffenen Haushalte im Fördergebiet werden gesondert von Deutsche Glasfaser über die nächsten Schritte informiert.

1 Antwort

  1. 16. April 2019

    […] Der Ausbau ist abgeschlossen, die DG verkündet das Ende des Projektes. Der Bürgermeister betont: „Was angeschlossen werden konnte, ist angeschlossen!“ Auch […]

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