Deutsche Glasfaser ändert Preise. Mehr Speed für (fast) das gleiche Geld. Neue Hardware-Optionen. Aber auch neue AGB.

Die Deutsche Glasfaser hat am 11.06.2018 ihre neue Tarif- und Preisstruktur bekannt gegeben. Im Download wurde die Geschwindigkeit angehoben, während die Preise (fast) gleich bleiben. Wir haben uns das mal im Detail angeschaut:

  1. Mehr Download: In allen Tarifen (DG basic, DG classic, DG premium) wurde der Download erhöht. Geboten werden ohne Aufpreis 200 statt 100, 400 statt 200 und 600 statt 500 MBit/s. Der Tarif mit 100 MBit/s fällt weg.
  2. Upload bleibt unverändert: In den beiden Einstiegstarifen DG basic und DG classic bleibt der Upload unverändert bei 100 bzw. 200 MBit/s. Im DG premium wurde er von urspr. 500 Mbit/s auf 300 MBits/s reduziert. Damit ist der Upload überall halb so hoch wie der Download. Damit sind auch keine symmetrischen Tarife mehr im Angebot. Schade, denn das war aus unserer Sicht immer eine gute Geschichte, weil die technischen Möglichkeiten der Glasfaser eben auch in den Tarifen erkennbar waren: Kupfer = Upload langsamer, Glasfaser = Upload gleichschnell.
  3. Telefongebühren: Es gibt nun im DG premium 600 eine „Allnet-Flatrate“, man kann also kostenlos ins dt. Festnetz und alle dt. Mobilfunknetze anrufen. Das war bisher eine Zusatzoption, die mit 10 Euro monatlich berechnet wurde.
  4. Es gibt auch einen Tarif DG giga mit 1 GBit/s Download und 500 MBit/s Upload, der jedoch für Privatanwender zu teuer und überdimensioniert ist. Wir beschränken unseren Vergleich daher auf die drei anderen Tarife.
  5. Unverändert gültig sind unsere Spartipps.

Wie verändern sich die Preise effektiv?

Auch wenn die neuen Tarife mehr Geschwindigkeit bieten, vergleichen wir sie eins-zu-eins mit den alten Tarifen. Die vergünstige Gebühr i.H.v. 24,99 Euro in den ersten 12 Monaten bleibt unverändert. Die unterschiedlichen Monatsgebühren in den Monaten 13 bis 24 bleiben ebenfalls identisch. Auch die Baukostenfreiheit in der Nachfragebündelung bleibt (hier wird – nach inoffiziellen Angaben – aber künftig ein deutlich strengerer Maßstab angelegt werden). Gleiches gilt für die TV-Pakete: Keine Anpassungen. Allerdings ergeben sich folgende Änderungen, die wir [rot] gekennzeichnet haben:

  1. Die Anschlussgebühr wird erhöht. Sie steigt um 19,99 Euro von 50 Euro auf 69,99 Euro. Das ist schade und trübt das positive Bild ein kleines wenig.
  2. Die effektiven Monatskosten verändern sich hierdurch allerdings nur geringfügig, nämlich um 84 Cent.

Hardware

Ohne gute Hardware bringt die schnellste Leitung keinen Spaß. Das hat auch die DG erkannt und baut ihr Hardwareangebot deutlich aus. Wo es bisher nur den DG-Router gab (entspricht wohl dem neuen „Classic Router“, gibt es nun einen „Basic Router“ ohne WLAN (für diejenigen, die mit eigener Hardware arbeiten wollen) und einen „Premium Router“, der von der Firma AVM eingekauft wird, also die berühmte und sehr beliebte Fritzbox 7490, die dann bereits vorkonfiguriert nach Hause geliefert wird. Alle Router werden nicht gekauft, sondern gegen eine Monatsgebühr gemietet. Da in 24 Monaten eine Fritzbox mit monatlich 5 Euro insgesamt schon 120 Euro kostet, sollte immer über einen privaten Kauf nachgedacht werden – das rechnet sich, wenn man den Router über die zwei Jahre hinaus nutzt.

Für wen sind die neuen Tarife verfügbar? (Update 12.06.2018)

Die DG wird alle Kunden in verschiedenen Steps über die neuen Produkte informieren. Das soll per Mail und per Brief passieren (Bei denen, die keine Mail angegeben haben). Die neuen Tarife sollen auch für Bestandskunden verfügbar sein. Eine automatische Umstellung ist wohl nicht vorgesehen. Zwei zunächst offene Fragen wurden zwischenzeitlich von uns mit der DG geklärt:

  1. Können auch Kunden, die bereits aktiviert wurden, noch in die neuen Tarife wechseln? Ja, Kunden die bereits aktiviert wurden, können auch wechseln. Wenn der Aktionspreis von 24,99 € läuft, dann wird nach dem Wechsel direkt der Normaltarif fällig.
  2. Entfällt die Anschlussgebühr (69,99 Euro), wenn ein Kunde in die neuen Tarife wechselt? Ja, die Anschlussgebühr entfällt. Hat der Kunde bereits Bereitstellungsgebühren gezahlt, werden diese nicht nochmal fällig!

 

Link: Presseerklärung der DG zu den neuen Tarifen

 

Achtung: Auch die AGB wurden geändert!

Die DG hat die AGB und die Leistungsbeschreibung ab dem 10.06.2018 geändert. Darin wird z.B. der Vertragsbeginn gegenüber den bisherigen Regelungen neu geregelt. Jedem wird empfohlen, seine individuellen Verhältnisse (z.B. die Restlaufzeit des alten Vertrages) genau zu überprüfen, bevor er einen Vertragsänderung vornimmt.

 

Transparenzhinweis: Die veränderten AGB sind uns erst auf Hinweis verschiedener Bürger aufgefallen. Daher haben wir diesen Artikel am 15.06.2018 ergänzt.  

13 Antworten

  1. M.J. sagt:

    Neuerdings fängt aber die Mindestvertragslaufzeit an, sobald der Anschluss aktiviert wird. Dann entfällt die immer noch die Grundgebühr, bis der Vertrag beim alten Anbieter beendet ist. Diese Zeit geht aber von den 12 Monaten mit reduzierter Grundgebühr ab. Das kann bei ungünstigem Timing die Nutzung des Glasfaseranschlusses um mehrere hundert Euro verteuern.

  2. Marc-Oliver Schmidt sagt:

    Interessant ist der Punkt 5.2 in der Leistungsbeschreibung.

    „Deutsche Glasfaser behält sich außerdem das Recht vor, bei überdurchschnittlichem Gebrauch des Internetzugangs die Bandbreite“

  3. Erforderlich sagt:

    Das stand genau so auch schon in den Leistungsbeschreibungen der vorherigen beiden Tarifgenerationen und ich habe noch von keinem Fall gehört, in dem das zur Anwendung gekommen ist, obwohl es unter den DG Kunden sicher ein paar Extremnutzer gibt.

  4. Marc-Oliver Schmidt sagt:

    Vielen Dank für die Information. Gibt es denn sonst noch einen Anbieter, der so einen Abschnitt in seinen AGBs hat? Die Deutsche Glasfaser bewirbt ihre Tarife doch mit „Flatrate ohne Volumenbegrenzung und Drosselung“. Irgendwie passt das überhaupt nicht zusammen.

  5. Peter sagt:

    Ist ja schlimm, dass man als Bestandskunde direkt auf den Normaltarif hochgesetzt wird bei einem Wechsel. Vorallem, da es ja eigentlich nur eine anbieterseitige Tarifänderung ist und kein neuer Tarif in den man möchte.

  6. F sagt:

    Man konnte seinerzeit doch auswählen, die höhere Bandbreite im ersten Jahr zu nehmen (Aktionspreis) und dann für das zweite Jahr kostenfrei in den gewünschten Tarif zu wechseln. D.h., wer letztendlich 100 haben wollte, konnte im ersten Jahr – ohne zusätzliche Kosten – den 500er Anschluss nehmen.

    Ist es denn möglich, nach dem ersten Aktionsjahr dann vom 500er in den 200er Basic-Tarif zu wechseln? Weil dann müsste zum jetzigen Zeitpunkt nichts unternommen werden, was auch bzgl. der Aktivierung des Anschlusses bzw. hinsichtlich des Portierungsdatums und der Laufzeit vorteilhafter wäre.

    • M.J. sagt:

      Hier ist der entsprechende Passus aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, zu denen die ALTEN Tarife angeboten wurden:

      „Ab Vertragsbeginn bis einschließlich des 12. Monats kann jederzeit ein Wechsel auf einen Tarif mit niedrigerer Bandbreite erfolgen, der sofort zur Verfügung gestellt wird und sich nicht auf die Mindestvertragslaufzeit auswirkt.“

  7. F sagt:

    @ M.J.:
    Vielen Dank. Mit anderen Worten: Das ist möglich. Oder gibt es etwas zu beachten?

  8. Theo P. sagt:

    Hallo,
    Wenn ich oben die Frage 1 lese, verstehe ich das so, dass ich, wenn ich von DG200 auf DG400 wechseln will, direkt 49,99€ zahle.
    Aber im Bild mit den alten und neuen Tarifen stehen doch bei dem DG400 für die Monate 1-12 die reduzierten Beträge von 24,99€.
    Oder verstehe ich die Antwort auf Frage 1 falsch?

    • Erforderlich sagt:

      Vertragswechsler vor Aktivierung des Anschlusses werden wie Neukunden behandelt. Bereits aktivierte Anschlüsse bekommen beim Wechsel nicht die Neukundenvergünstigungen.

      • Theo P. sagt:

        Da hätte ich theoretisch Glück. Mein Anschluss ist noch nicht aktiviert.Kabel liegt vor der Tür und wartet auf Mauerdurchbruch.
        Aber habe erstmal wegen der neuen AGB Widerspruch eingelegt.
        Schauen wir mal.

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