Telekom ruft Vinkrather an und spricht von verfrühten Vertragskündigungen. Don’t panic!

Heute haben wir verschiedene Anrufe und Mails von Vinkrathern bekommen, die uns darauf hinweisen, dass die Deutsche Telekom bei ihnen anruft und auf eine vermeintliche Kündigung seitens der Deutschen Glasfaser (DG) für Anfang Mai hinweist. Da die Glasfaser-Anschlüsse der DG derzeit noch nicht aktiviert werden, hat das natürlich für reichlich Irritation gesorgt.

Zum Hintergrund: Der Vertragswechsel wird in der Regel immer so gestaltet, dass die DG die Altverträge bei der Telekom kündigt. Das haben wir i.d.R. beim Vertragsschluss angekreuzt und hierbei auch die Rufnummernportierung geregelt. So wird sichergestellt, dass die Verträge nahtlos aneinander grenzen und keine Unterbrechungen in der Internet und Telefon Versorgung auftreten. Hierbei überlappen sich die Verträge in der Regel, und bis zu 12 Monate verzichtet die deutsche Glasfaser auf ihre Gebühren. So laufen die Altverträge aus, der Glasfaseranschluss kann aber schon benutzt werden.

Daher passt die Information der Telekom auch nicht so richtig ins Bild und wir haben uns hierzu bei der DG schlau gemacht. Hier die Mail der DG im Originaltext:

„Wir haben das ganze mal geprüft. Von uns werden die ersten Fremd-Verträge erst Ende Juli in Vinkrath gekündigt!

Demnach ist das eine Vorgehensweise des Fremdanbieters.

Wir empfehlen den Kunden in keinem Fall den Altvertrag selber zu kündigen.

In diesen Fällen wird die Telekom vermutlich wegen der Zwangsumstellung auf IP-Telefonie hingewiesen haben und sagt den Kunden dann, ab dem Datum XY schalten wir Sie ab, wenn Sie keinen neuen 24-Monats-Vertrag bei uns machen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt nichts zu unternehmen, solange kein Kündigungsschreiben im Briefkasten ist. Ansonsten den Zeitpunkt möglichst hinauszuzögern.

Möglichkeiten sind ja am Telefon: „… muss ich mit meiner Familie zunächst besprechen… Machen wir aber nach dem Urlaub, rufen Sie mich doch einfach Ende Juli nochmal an.“ o.ä.

Bis dahin sind wir in Vinkrath mit den Anschlüssen fertig.

Das gilt natürlich auch für Oedt, Grefrath und Mülhausen. So weit wie möglich hinauszögern.

Bei Fällen wo es nicht mehr möglich ist, empfehlen wir Jahresverträge oder monatlich kündbare Verträge zu machen. Wie z.B. bei 1und1.“

Diese Darstellung erscheint uns durchaus plausibel, auch wenn wir natürlich nicht überprüfen können, wie die Telekom oder die Deutsche Glasfaser hinter den Kulissen mit ihren automatisierten Systemen und den Vertragswechseln umgehen.

In einem konkreten Fall, den wir auch namentlich kennen, hat die Deutsche Glasfaser die Kündigung für den 8. August bestätigt. Dass die Telekom hier von einer Kündigung am 8. Mai spricht, scheint also entweder ein Versehen bei der Telekom oder Vorsatz zu sein.

Wichtig zu wissen: Wenn man den koordinierten Anbieterwechselprozess über die DG gemacht hat (und nicht selber gekündigt hat), hat man einen gesetzlichen Anspruch auf Weiterversorgung beim alten Anbieter bis der neue Anbieter seine Dienste aufnimmt! Nur wenn man selber gekündigt hat, läuft man in die Gefahr offline zu sein!

Nachzulesen bei der Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Anbieterwechsel/Rechte/RechteZumAnbieterwechsel-node.htmlhttps://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Anbieterwechsel/Rechte/RechteZumAnbieterwechsel-node.html (Danke Sven B. für den Hinweis)

Da die Telekom flächendeckend auf IP-Telefonie umstellen und die alten ISDN-Verträge gekündigt, hatten wir bereits vor einigen Monaten auf entsprechende Aktionen der Telekom hingewiesen:

http://glasfaser-grefrath.de/2017/12/01/hilfe-die-telekom-hat-mir-gekuendigt-woher-bekomme-ich-einen-neuen-und-passenden-vertrag/

In diesem Beitrag beschreiben wir auch einige Möglichkeiten, die es gibt um eine entstehende Übergangszeit zu überbrücken. Das sollte aber nur in den allerwenigsten Ausnahmefällen notwendig sein.

Fazit: Don’t panic. Ruhe bewahren und die Telekom hinhalten.

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