Problemfall Mehrspartenhausanschluss – Was steckt dahinter?

Was ist ein Mehrspartenhausanschluss?

Ein Mehrspartenhausanschluss (auch: „Mehrspartenanschluss“ MSA) sorgt für eine platzsparende und zuverlässige Einzelabdichtung der Hausanschlussleitungen ins Gebäude. In der Regel sind das Strom, Gas, Wasser und Telefonleitung (Telekom) bzw. Kabelnetz. Oft wird eine runde Bauweise mit z.B. vier Sparten gewählt. Meist bleibt eine Sparte leer, für eine spätere mögliche Verwendung. So können dann auch noch nach Jahren ohne große Bohr- und Installationsarbeiten zusätzliche Einführung gemacht werden. Ideal also für einen zusätzlichen Glasfaseranschluss, der ja irgendwie ins Haus rein muss.

Häufig sind diese MSA in modernen Häusern ohne Keller verbaut, z.B. in Neubaugebieten wie dem Klostergarten in Mülhausen. Hier werden sie direkt in der Bodenplatte eingegossen. Die MSA enden auf ca. 1,30 Meter Tiefe.

DG und Tiefbau-Subunternehmer graben MSA nicht selber aus.

Bei den Begehungen durch die von der Deutschen Glasfaser beauftragte Firma Potexbau aus Leipzig wurde den Bürgern mitgeteilt, dass diese MSA nicht ohne weiteres durch die Firma genutzt werden können. Begründet wurde dies mit der Tiefe und dem „Suchaufwand“, weil häufig nicht klar sei, wo die Zuführungen genau enden würden. Stattdessen wurde angeboten, dass

  • durch die Wand gebohrt wird (übliches Verfahren, wenn kein MSA vorhanden ist) oder
  • der Hauseigentümer das Zuführungsrohr zum MSA selber ausgräbt.

Neben den einzelnen Gesprächen zwischen Hauseigentümern und Potexbau bzw. DG hat auch der Breitbandkoordinator der Gemeinde das Thema bei der DG kritisch hinterfragt. Auch wir als Bürgerinitiative haben uns hier eingeschaltet. Auf dem Bau-Infoabend der DG am 24.01.2018 in der Oedter Albert-Mooren-Halle wurde dies auch diskutiert. Einige Bürger haben darauf hingewiesen, dass sie den MSA nicht selber freilegen können, weil ihre Häuser z.B. direkt an öffentliche Straßen grenzen. Auch wurde angeführt, dass eine zusätzliche Bohrung in z.B. modernen Niedrigsenergiehäuser sehr kritisch gesehen wird. Die DG hat die Haltung ihrer Subunternehmer aber sehr klar bestätigt und wie folgt begründet:

Die Mehrspartenanschlüssen liegen tiefer als die Tiefe, die die DG mit den Subunternehmen für die Tiefbaumaßnahmen vereinbart hat. Daher wäre der Tiefbau aufwändiger und teurer. Außerdem ist es schwierig, die Mehrspartenanschlüssen unterirdisch zu finden. Die Nutzung der MSA ist also – anders als häufig vermutet – nicht einfacher. Daher müssten Eigentümer den Anschluss selbst freilegen, wenn sie auf der Nutzung bestehen.

 

4 Antworten

  1. Oliver Müllers sagt:

    also…wenn das schon so anfängt…sollten die nicht durch unseren msa gehen, wird der Vertrag nicht zustande kommen!!

  2. Frank Ulbrich sagt:

    Ich verstehe das auch nicht. Ein üblicher Weg, ins Haus zu kommen. Habe bei 2 Fachfirmen nachgefragt. Die haben damit kein Problem.

  1. 25. Januar 2018

    […] Das Thema „Mehrspartenanschlüssen“ wird kritisch diskutiert. Hierzu verweisen wir auf unseren Beitrag. […]

  2. 20. Februar 2018

    […] Sie selber die Deutsche Telekom. (Beschädigungen könnten z.B. auftreten, wenn Privatleute ihren Mehrspartenhausanschluss in Eigenregie freilegen. Dies ist bereits mindestens einmal […]

Kommentar verfassen