Keine 40% erreicht. Wie geht es weiter in Oedt und Grefrath?

Wir haben gemeinsam so sehr auf die 40% gehofft und dennoch das Gefühl, dass es am Ende in Grefrath und vor allem in Oedt noch nicht ganz gereicht hat. Die Deutsche Glasfaser wertet in den nächsten ca. zwei Wochen in Ruhe die letzten Verträge aus, gibt die Daten ins System ein und wird anschließend die verbindliche Zahl der Vertragsschlüsse und ihre Ausbaupläne veröffentlichen. Klar ist schon jetzt: Es sind in den beiden großen Ortsteilen keine 40% geworden.

 

Haben wir noch eine Chance?

Ja! Die Deutsche Glasfaser wird in den nächsten zwei Wochen intern auswerten und dann die Ausbaugebiete daraufhin überprüfen, ob sich auch knapp unter 40% ein Vollausbau lohnt. Es gibt daher drei Optionen:

  1. Der Vollausbau kommt: Das ist die perfekte (Licht)welle! Dann würden in den beiden Ausbaugebieten „Grefrath“ und „Oedt“ alle Straßen mit Glasfaseranschlüssen ausgerüstet. Alle Häuser mit einem Glasfaservertrag bekämen den eigenen Glasfaseranschluss ins Haus (Fibre to the Home – FTTH). Wo kein Vertrag abgeschlossen wurde, würde dieser Hausanschluss aber natürlich nicht gebaut. Er kann dann aber später kostenpflichtig (mind. 750 Euro) nachgerüstet werden.
  2. Es gibt nur einen Teilausbau: Das wäre eine schlechte Nachricht, weil nicht die gesamten Ausbaugebiete / die gesamten Ortsteile mit Glasfaser versorgt würde. Stattdessen würde die Deutsche Glasfaser analysieren, in welchen Gebieten / Straßen mehr oder weniger Verträge abgeschlossen wurden. Auf dieser Basis würden die „großen“ Ausbaugebiete in mehrere kleinere Gebiete“geschnitten“. Nur in den Teilen mit genug Verträgen würde der Ausbau erfolgen. Damit bekämen auch viele Haushalte, die einen Vertrag abgeschlossen haben, keinen Glasfaseranschluss! Um er kurz zu sagen: „Wer in seiner Nachbarschaft zu wenig Glasfaser-Befürworter hatte, schaut in die Röhre!“
  3. Es wird gar kein Glasfasernetz gebaut: Auch das ist (leider) möglich. Wenn in einem Ortsteil die Differenz zwischen der Anzahl der Verträge und der notwendigen Quote zu groß ist, rechnet sich evtl. auch kein Teilausbau. Dann bliebe ein ganzer Ortsteil unversorgt. Das ist der worst case.

Denkbar ist auch eine Kombination aus Vollausbau (z.B. in Grefrath) und Teilausbau (z.B. in Oedt). Das hängt jetzt von der DG und den letzten Verträgen ab, die in den nächsten zwei Wochen noch kommen.

Vinkrath soll zuerst und schnell ausgebaut werden

Die Bööscher haben mit 60% ein ganz starkes Signal gesetzt. Der Projektleiter der DG hat uns gegenüber erklärt, dass Vinkrath deshalb auch zuerst und schnell ausgebaut werden soll. Wie der Terminplan konkret aussieht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Auch die Planungs- und Bauphase werden wir als Bürgerinitiative natürlich begleiten.

 

Was kann ich in Grefrath und Oedt noch tun?

Verträge unterschreiben!

Auch wenn die Nachfragebündelung vorbei ist, sind „die Bücher noch nicht zu.“ Wir haben die Zusicherung der DG, dass bis zum Abschluss der Bauarbeiten in Vinkrath alle „Nachzügler“ noch baukostenfrei einen Vertrag machen können! Das bedeutet, dass auch diejenigen Straßen, die nach derzeitigem Stand nicht ausgebaut werden würden, nochmal für die Glasfaser mobil machen können.

Wir haben die Zusicherung der DG, dass bis zum Abschluss der Bauarbeiten in Vinkrath alle „Nachzügler“ noch baukostenfrei einen Vertrag machen können!

Daher: Same procedure… 😉 Immer noch sind also Verträge der Schlüssel zum vollständigen Glasfaserausbau. Abgeschlossen werden kann:

Unterschriftenlisten anlegen und straßenweise Bedarf signalisieren!

Darüberhinaus sind die Straßen, die eventuell bei einem Teilausbau nicht berücksichtigt werden, dringend aufgerufen, sich noch einmal mit ihren Nachbarn zu unterhalten. Fast ganz Grefrath wird ausgebaut und wenige kleine Gebiete wollen nicht mitmachen? Die Idee vom „kleinen gallischen Dorf“ ist bei Astrix & Obelix ja charmant, aber hier geht’s nicht um Wildscheine und Römer, sondern um Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit. 😉 Für diese straßenweise nachträgliche Interessenbündelung haben wir eine Unterschriftenliste erstellt, die genutzt werden kann.

Unterschriftenliste Glasfaserausbau

Wie rechnet die Deutsche Glasfaser?

Die DG ist privat finanziert. Das Netz wird nicht auf Kosten des Steuerzahlers gebaut. Jährlich werden durch die DG hohe dreistellige Millionenbeträge in den Ausbau des Glasfasernetzes investiert. 2015 hat der amerikanische Investor KKR einen Mehrheitsanteil an Deutsche Glasfaser übernommen. Die DG geht laut eigener Aussagen von einer Amortisation der Investitionen erst ab 10 oder mehr Jahren aus, sie rechnet also langfristig.

In der Gemeinde Grefrath werden über 10 Millionen Euro in allen vier Ortsteilen investiert.

Die DG kalkuliert mit Kosten von 1.600 € – 1.700 € pro Hausanschluss. Während der Nachfragebündelung erhält der Kunde diesen Anschluss bei Vertragsabschluss kostenlos. Will man nach Abschluss der Ausbauarbeiten einen Hausanschluss haben, muss der Kunde mindestens 750 € Baukostenzuschuss zahlen. Die Baukosten werden also vollständig oder zu großen Teilen über die monatlichen Internet-/Telefonkosten refinanziert. (Da die Beiträge nicht oder nur unwesentlich höher sind als bei der Konkurrenz der Telekom, kann man davon ausgehen, dass die Marge der DG deutlich kleiner ist. Oder umgekehrt: Die Telekom macht sich die Taschen voll, obwohl sie mit den Beiträgen auch den Glasfaserausbau finanzieren könnte.)

In jedem Fall muss die DG mit laufenden Einnahmen die einmalige Investition finanzieren. Da sie keine Zuschüsse oder Fördermittel bekommt, spricht man vom „eigenwirtschaftlichen Ausbau“. Daher ist es nachvollziehbar, dass die DG keine „Zuschussgeschäfte“ machen kann. Damit wird in den Gebieten, in denen die laufenden Einnahmen (Vertragsabschlüsse) eine Investition nicht refinanzieren, nicht ausgebaut. Die DG kann keine aufwändigen Glasfasernetze verlegen, um einzelne Häuser anzuschließen. Das gilt für die Außengebiete ebenso wie für Straßen mit wenig Verträgen.

 

Hinweis: Die Nachfragebündelung in den Gebieten „Vinkrath“ und „Heide“ war bereits erfolgreich. In „Mülhausen“ läuft die Frist noch bis 13.11.

Quelle: u.a. www.glasfaser-eifel.de, Deutsche Glasfaser

16 Antworten

  1. Norbert Goebbels sagt:

    Glasfaser fürs Eigenheim, wenn nicht jetzt wann dann? Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten, schnelle Technologie auch für unsere Nachkommen . Also ran…..

  2. Stefan Kurz sagt:

    Sehr unglaubwürdige Methode … erst 2 Fristen und nun noch eine…

    • Guten Abend Herr Kurz. Nun ja, es ist leider so, dass die allermeisten Leute sich erst dann zu einem Vertragsschluss entscheiden, wenn die Frist kurz bevorsteht. Wir würden uns auch wünschen, dass das alles etwas einfacher und unkomplizierter wäre, ist es allerdings nicht. Das würden wir an der Stelle der DG aber keinen Vorwurf machen.

  3. Mäxchen Müller sagt:

    Nörgler aufgepasst.
    Der Telefonanschluss wird immer teurer. Klar, dass alte Menschen kein Internet benötigen.
    Jedoch ist die kurzfristig gedacht.
    Wer hätte vor 5 Jahren schon ein Smartphone?
    Heute ist es über all und im Ausland undenkbar, ins Internet zu gehen.

    Also geben Sie sich einen Ruck und nutzen den kostenfreien Wechsel auf Glasfaser.
    Sie zahlen nichts für den Hausanschluss. Die mtl. Kosten bleiben so wie beim Mitbewerber Telekom oder Vodafone.

    Selbst eine vorzeitige Freischaltung wird kostenlos für Sie bleiben, bis zu 12 Monate.

    Ihr Nachbar wird es Ihnen danken.

    PS: somit wird Grefrath für Neue Bürger hochinteressant und die Immopreise steigen langfristig.

    Ein Grefrather…

    • Guten Morgen Mäxchen Müller,
      ein richtiger Appell an die Grefrather! Hoffen wir, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch so viele Verträge nachgereicht werden, dass es am Ende für einen Vollausbau der ganzen Gemeinde reicht. Da sind kundige Multiplikatoren wie Sie ein wichtiger Baustein!
      Mit motivierten Grüßen!

  4. Ein Grefrather sagt:

    Ich lese hier nur Vorteile für Hausbesitzer. Ich als Mieter oder als einer, der sich in Zukunft was kaufen will, sehe keinen Vorteil für mich für Glasfaser zu entscheiden

    • Mäxchen Müller sagt:

      Hallo Ein Grefrath er.
      Wo liegt denn dein Nachteil als Mieter?
      Nimm doch weiter die Telekom. Dann bist du nicht die angesprochene Zielgruppe.
      Sinn des Glasfaser ist die Verbesserung der Verbindung, sowie der Schnelligkeit.
      Nicht jeder wird das Angebot verstehen oder einen Nutzen haben.
      Jedoch macht es für viele Grefrather Sinn zu wechseln.
      Wir haben bei uns auf der Strasse Telekom Hybrid und teilweise totalausfälle seit 2 Jahren.
      Trotz diverser Versuche in den letzten Monaten dieses Problem zu beheben, Gab es keine Besserung.

    • Hallo,
      die Vorteile für Mieter sind sehr zahlreich: Sehr schnelles Internet, keine Störungen (Latenz), zukunftsfähiger Internetzugang, der auch in vielen Jahren noch state of the art ist, eine attraktive Gemeinde für Bürger und Unternehmen, gut angebundene Schulen und modern unterrichtete Schüler, …
      Mit besten Grüßen.

  5. Max Mustermann sagt:

    Hallo zusammen,
    wann wissen wir denn, ob die deutsche glasfaser einen teilausbau in oedt durchführt oder nicht?

    • Hallo Herr Mustermann, wir hoffen, dass die DG sich hierzu innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen klar äußert. Derzeit werden die Verträge noch ausgewertet, ggf. werden auch schon erste Gebietszuschnitte geprüft. Wir bleiben hartnäckig und werden informieren, sobald sich etwas ergibt.

  6. Kay Küstermann sagt:

    Hallo zusammen,
    gibt es ein Zeitplan wann bei einem eventuellen Teilausbau die entsprechenden Vertragsnehmer informiert werden.

  7. Stefan Vermeulen sagt:

    Die Zeit verrinnt, und über allen Wipfeln ist ruh.
    Klar, Weihnachten steht vor der Tür – aber hat man sich seitens der DGF inzwischen mal zu Terminen geoutet?

  1. 13. November 2017

    […] zum Fristende am 30.10 wurden im Schlussspurt zwar noch eine Reihe von Verträgen eingereicht, aber für einen Vollausbau hat es zunächst nicht gereicht. Daher war in den letzten zwei Wochen unklar, wie es weitergehen würde. Die DG war nicht untätig, […]

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